Der richtige Weißabgleich als Instrument zur Erreichung eindrucksvoller Farbwirkungen

Der Weißabgleich ist ein mächtiges Werkzeug, mit dem Sie Bilder in Bezug auf Farben und deren Wirkung verändern können. Dies gilt sowohl für Aufnahmen, bei denen Sie die aufgenommene Szenerie originalgetreu wiedergeben möchten, als auch für gezielte Manipulationen. Was der Weißabgleich genau ist und wie er Sie bei der Arbeit unterstützt, zeigen wir Ihnen im Folgenden auf.

Was es mit der Farbtemperatur auf sich hat

Mit dem Weißabgleich ist es Ihnen möglich, die in Kelvin gemessene Farbtemperatur eines Bildes zu beeinflussen. Diese Farbtemperatur variiert je nach Umgebung. Draußen beträgt sie tagsüber, wenn es leicht bewölkt ist, etwa 5.000 Kelvin, bei starker Bewölkung oder Schatten um die 8.500 Kelvin. Und in geschlossenen Räumen bei Kerzenlicht liegt sie bei etwa 2.000 Kelvin. Während das menschliche Auge über die sogenannte chromatische Adaption verfügt, sprich: ein weißes Blatt Papier grundsätzlich als eben weiß betrachtet, ist eine Kamera hierzu nicht in der Lage. Als Folge können Farbstiche auf den Aufnahmen entstehen.

Wie sich der Weißabgleich beeinflussen lässt

Es gibt nun zwei Möglichkeiten, wie Sie Einfluss nehmen können. Wenn Sie ausschließlich mit JPEGs arbeiten, ist es empfehlenswert, sich einer Graukarte zu bedienen, da die nachträgliche Bearbeitung am Computer nur in sehr engen Grenzen möglich ist. Im Rohformat angefertigte Bilder hingegen lassen sich in Bezug auf die Farbtemperatur mit Hilfe einer Bildbearbeitungssoftware sehr gut manipulieren, sofern diese mit RAW-Dateien umgehen kann.

Einflussmöglichkeiten

  • 1. Einsatz als Korrekturmittel
    • Am naheliegendsten ist es natürlich, den Weißabgleich als Korrekturmittel zu verwenden und Aufnahmefehler in Form von Farbstichen zu korrigieren. Im Falle des oben genannten Kerzenlichts wird ein Bild einen Rotstich aufweisen und diesen Fehler können Sie nun beheben, indem Sie mit dem Regler gegensteuern, wodurch die Aufnahme wieder natürlich wirkt.
  • 2. Einsatz als Stimmungsmittel
    • Mit dem Weißabgleich können Sie aber auch gezielt die Stimmung einer Aufnahme beeinflussen.
    • Beispielsweise können Sie einem Bild einen eher winterlichen oder auch düsteren Touch geben, indem Sie es mit einer bläulichen Färbung versehen. Umgekehrt verhält es sich natürlich genauso: Eine rötlich-gelbe (also orange) Färbung macht einen eher sommerlichen, beziehungsweise freundlichen Eindruck. So können Sie Bilder nach Ihren Vorstellungen gestalten.

Fazit

Durch den Weißabgleich bekommen Sie als Fotograf eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit der Einflussnahme, mit der Sie Bilder retten, beziehungsweise ihnen eine ganz persönliche Note verleihen können.

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